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Garten AG

Bodenschutz zum Mitmachen - Aktionstag am 11.August 2018 rund um die Reinoldikirche

Text und Fotos: Brigitte Bornmann-Lemm

Unter dem Motto „Wir machen Boden gut!“ veranstalteten die Untere Bodenschutzbehörde der Stadt Dortmund und die NUA (Natur- und Umweltschutzakademie NRW) gemeinsam mit weiteren regionalen und lokalen Partnern am Samstag, den 11.August von 11 bis 17 Uhr einen Bodenaktionstag auf dem Reinoldikirchplatz in Dortmund. 

Dafür haben alle acht teilnehmenden Akteure ihre jeweiligen Aktionsstände ab 9 Uhr morgens rund um eine gut 12x 5m große Ruhefläche aus Rollrasen, Bäumen, Sitzplätzen und einem kleinem Wasserbecken großflächig aufgebaut.

Mit dabei waren der Geologische Dienst NRW, das Landesumweltamt LANUV, die Biologische Station Kreis Unna / Dortmund, die Untere Bodenschutzbehörde der Stadt Dortmund, die Natur- und Umweltschutzakademie NUA mit dem Umweltbus LUMBRICUS, die Verbraucherberatung NRW, die Untere Denkmalbehörde und der NABU-Garten Dortmund. 

Bereits im August des letzten Jahres hatte die Untere Bodenschutzbehörde, vertreten durch Herrn Halfmann und Herrn Björn Marx den ersten Dortmunder Bodentag gemeinsam mit dem NABU-Garten in der Gartenanlage Dortmund-Nord durchgeführt. Dort kam der Kontakt zustande und die Einladung an den NABU-Garten, doch auch in diesem Jahr an dem Bodenaktionstag in der Innenstadt teilzunehmen und den Garten vorzustellen.
Diese Einladung haben wir gern angenommen und mit tatkräftiger Unterstützung von Meta und Wolfgang Fuhrmann haben Klaus-Dieter und ich einen Infostand aufgebaut und betreut. Als Themenschwerpunkt haben wir das torffreie Gärtnern zum Schutz der Moore herausgestellt. In Eimern (Bild 2) hatten wir frischen und abgelagerten Kompost, torffreie Blumenerde, Kokosfasern als Torfersatzstoff und eingepflanzte Topfblumen zum Anschauen und Anfühlen mitgebracht. Das wurde gern von interessierten Passanten in Anspruch genommen und es ergaben sich viele intensive Gespräche über Gartenerden, Pflanzen, Düngung und Boden. Aber auch über Vögel, Insekten und Fledermäuse.

Der Boden kann eine Menge. Er ist die Lebensgrundlage und der Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen. Ohne seine Mineralstoffe und ohne seine Fruchtbarkeit wäre es uns nicht möglich, auf der Erde zu leben. Außerdem schützt der Boden zudem ein weiteres Schutzgut des Naturhaushalts. Nämlich unser Grundwasser und somit auch unser Trinkwasser.
Im Boden sind auch Schätze aus vergangenen Zeiten zu finden. Als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte lassen sich immer noch Spuren der vergangenen Jahrtausende finden. Im Bodenschutzgesetz sind daher die natürlichen Bodenfunktionen und ihre Archivfunktionen aufgrund ihrer Empfindlichkeit und Bedeutung besonders geschützt.

An jedem der Infostände ließen sich andere Geheimnisse des Bodens durch Sehen, Tasten und Mitmachen erkunden. Der Geologische Dienst NRW hatte Glasschalen mit verschiedenfarbigen Sanden der unterschiedlichen Bodenhorizonte aus NRW dabei. Die Bodenschutzbehörde hatte Versuche zum Wasserhaltevermögen der unterschiedlichen Bodenarten in Versuchen aufgebaut. Die Verbraucherberatung informierte über Kompostierung.  Bei der Denkmalbehörde ließen sich die Funde von Faustkeilen, römischen und mittelalterlichen Töpferwaren, eine wiederentdeckte Cola-Flasche von 1931 und ähnlichen Funden bewundern. Sie zeugen von der archäologischen Bedeutung des Bodens. Das Landesumweltamt hatte demonstrativ eine Computeranimation über den täglichen Flächenverbrauch in NRW (10ha/Tag) laufen. Morgens um 11 Uhr auf Null gestellt, war dieser Zähler um kurz vor 14 Uhr bereits bei der Größe von 1,5 Fußballfeldern. Zusätzlich ließ sich dort auf einem Barfußpfad erkunden, welche Temperaturunterschiede es zwischen Lehm, Sand, Kieselsteinen, Pflastersteinen und Rindenhäcksel gibt. Die NUA hatte ein gemeinsames Bodenquiz mit acht Fragen entwickelt. An jedem Stand gab es zum jeweiligen Thema dann eine Antwort. Somit musste zwangsläufig zur Beantwortung der Fragen jeder Stand einmal aufgesucht werden. 

Ein weiteres positives Ergebnis des Tages, neben den vielen Gesprächen mit interessierten Passanten, war auch die Möglichkeit zu intensiven Informationsgesprächen mit den anderen Akteuren in zwangsloser, angenehmer und entspannter Atmosphäre.
Und auch das Wetter spielte gut mit. Die Sonne schien bei 25° Celsius, leichte Wolken spendeten Schatten und einige heftigere Windböen sorgten auch schon mal für etwas Hektik und Heiterkeit, wenn an dem einen oder anderen Stand die Flyer und Prospekte aufflogen. Ein besonderer Bonus und Anerkennung für alle Aktiven war ein kleiner Mittagsimbiss in Form von belegten Brötchen, den das Umweltamt spendiert hat. 

Insgesamt war es ein sehr guter Tag mit vielen Gesprächen und Informationen. Das Umweltamt, d.h. die Untere Bodenschutzbehörde plant auch im nächsten Jahr wieder einen Bodentag. Der wird allerdings nicht in so großer Art und Weise stattfinden, da diese gemeinsamen Bodenaktionstage der NRW-Akteure jeweils reihum jedes Jahr in einer anderen Stadt stattfinden.