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Libellen

Was machen wir?

Exkursion auf der Kokerei Hansa, 06.07.2008

<Text und Foto: Diana Goertzen>

Mit 16 interessierten Teilnehmern machten wir uns auf, die Becken auf der Industriebrache mit ihren Libellen zu erkunden. Glücklicherweise war das Wetter auf unserer Seite. Am ehemaligen Klärschlammbecken wurde direkt – noch bevor alle Stative und Fotokameras aufgebaut waren – die erste Libellenart gefunden: der Große Blaupfeil (Orthetrum cancellatum), eine typische Art an Gewässern mit nicht zu dicht gewachsener Ufervegetation. Auch Männchen und Weibchen der Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella), eine der häufigsten Kleinlibellenarten, haben wir sofort entdeckt. Von den 14 Libellenarten, die in der Vergangenheit an diesem Becken nachgewiesen wurden, konnte sonst aber nur noch eine frisch geschlüpfte Große Pechlibelle (Ischnura elegans) angetroffen werden.

Trotzdem war es an diesem Becken ganz interessant: durch das flache, klare Wasser hatte man eine sehr gute Sicht auf den Beckengrund und die Wasserpflanzen und wir konnten mehrere Larven der Großen Königslibelle (Anax imperator) sehen. Eine davon hatte sich sogar frisch gehäutet und wir fanden sie neben ihrer alten Larvenhaut sitzend. Die Larvenhäute dieser Art konnten wir am Beckenrand und an den Wasserpflanzen sammeln.

Zwei weitere Arten warteten am Löschbecken. Der größte Bereich des Beckens, in dem viele Fische schwimmen, ist für Libellen nicht geeignet, da Fische die Larven fressen. Aber im Randbereich gibt es abgetrennte Bereiche, die dicht mit Igelkolben oder Schachtelhalm bewachsenen sind. Versteckt zwischen den Blättern des Igelkolbens entdeckten wir eine frisch geschlüpfte Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea), eine große Libelle, die sicher jedem bekannt ist, der einen eigenen Gartenteich besitzt. Von der Gemeinen Binsenjungfer (Lestes sponsa), eine nicht ganz so häufige Art, haben wir Exuvien und Tiere beim Jungfernflug (der erste Flug einer frisch geschlüpften Libelle) gefunden.

Das größte der drei Becken, das auf dem ehemaligen Druckmaschinengleis liegt, bot noch einmal viele Motive zum Fotografieren. Ergänzend zu den bisher gesehenen Arten saßen hier zahlreiche Männchen des Großen Blaupfeils am Beckenrand und es gelang sogar eines der Tiere mit dem Kescher zu fangen. So konnten alle mal eine Großlibelle aus der Nähe betrachten. Natürlich wurde die Libelle danach unversehrt wieder frei gelassen. Zeitweise flogen mehrere Königslibellen – unsere größte Art – über der Wasserfläche. Einer der sehr ausdauernden Flieger setzte sich dann auf einer Röhrichtpflanze ab und wir konnten schöne Portraitaufnahmen von ihm schießen. Exuvien haben wir hier u. a. vom Blaupfeil und der Großen Heidelibelle (Sympetrum striolatum) gesammelt.

Mit sieben Libellenarten war die Ausbeute zwar nicht die Beste – immerhin konnten 16 Libellenarten auf der Kokerei nachgewiesen werden – aber als erster Einblick in die „Libellenwelt" war die Kokerei sehr gut geeignet und die Fotosammlungen konnten danach um einige Bilder ergänzt werden.