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Batnight im Rombergpark 27.08.2016

Es hat Tradition und ist doch immer wieder auf´s Neue faszinierend: Jedes Jahr am letzten Samstag im August findet die Europäische Nacht der Fledermäuse statt, mittlerweile zum 20.ten Mal und in über 35 Ländern. In Deutschland und damit auch in Dortmund wird sie vom NABU ausgerichtet und so trafen sich am 27.08.2016 bei hochsommerlichen Temperaturen etwa 60 Fledermaus-Fans am Torhaus Rombergpark vor unserem kleinen Infostand, darunter etwa 15 Kinder. Nur etwa 10% der Besucher waren NABU-Mitglieder. Offensichtlich begeistern sich auch sehr viele "Nicht-Insider" für die Bats.


Pünktlich um 21 Uhr starteten unsere NABU-Fledermaus-Experten Michael Soinski, Meike Hötzel und Volker Heimel mit einer kurzen Einführung über diese spannende Artengruppe. Dann ging´s mit Ultraschall-Detektoren und Taschenlampen zum Großen Teich. In drei Gruppen wurden die Echoortungsrufe von den Batdetektoren in für menschliche Ohren hörbare Laute transformiert: 4 bis 5 Arten, Großer Abendsegler, Zwergfledermaus, Wasserfledermaus (evtl. auch Teichfledermaus) sowie Rauhautfledermaus, waren an diesem Abend zu "hören" (vgl. auch www.br.de/themen/wissen/fledermaus-fledermause-ultraschall-echoortung100.html). Gleichzeitig konnten viele Exemplare über dem Wasser jagend immer wieder beobachtet werden.


Die Besucher stellten zahlreiche interessierte Fragen zur Biologie der nächtlichen Jäger. Fledermäuse können zum Beispiel auch ihr Echoortungssystem "abschalten" und visuell im Schein von Straßenlaternen jagen. Nicht nur Insekten, auch Spinnen stehen auf ihrem Speiseplan. Von den 25 Fledermaus-Arten in Deutschland sind mittlerweile 15 in Dortmund nachgewiesen. Es wurde aber auch über Ursachen für den jüngsten Rückgang der Fledermäuse gesprochen, bspw. die Insektizidgruppe Neonicotinoide und ihre Auswirkung auf das Nahrungsangebot für Fledermäuse oder darüber, dass Windräder an Waldrändern zu hohen Fledermausverlusten führen können. Auch wenn die tagaktiven Bienen normalerweise nicht von Fledermäusen verspeist werden, sei auf diesen Artikel verwiesen: http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2015-04/bienen-studie-neonicotinoide


Die Dortmunder Batnight hat einmal mehr gezeigt, dass Fledermäuse ein wichtiges "Thema" sind, um Natur und Naturschutz den Menschen nahezubringen.


Wer eine apathisch oder verletzt wirkende Fledermaus aus einer Gefahrensituation retten muss, sollte sie nur mit Handschuhen oder einem weichen Tuch anfassen. Deutschland gilt zwar als frei von terrestrischer Tollwut, aber vermutlich einige wenige Prozent der Fledermäuse können mit Europäischen Fledermaustollwutviren infiziert sein.


Im Zweifelsfall ruft man die neue nationale NABU-Fledermaus-Hotline an: 030 - 284984-5000. Sie ist von Montag bis Freitag, in den Sommermonaten auch am Wochenende erreichbar

(Stand August 2016,www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/18829.html#hotline).

Das Foto zeigt einen beringten Großen Abendsegler bei einer früheren Kastenkontrolle.


Text: K. Hennies,  Foto: V. Heimel