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Beim Birdrace purzeln die Rekorde

Liebe Dortmunder Vogelbeobachter*innen,

hier einige kurze Anmerkungen zu den Highlights des letzten Monats und einige Anregungen zu Vogelbeobachtungen.

Beim Birdrace purzelten die Rekorde

Neue Rekorde wurden beim Birdrace am 2.5.20 in Dortmund aufgestellt: Das Team Buteo1DO stellte mit 122 Arten einen neuen Teamrekord auf (bisher dreimal 114 Arten), insgesamt 125 Arten waren auch eine neue Tageshöchstzahl für Dortmund (bisher 123 im Jahr 2016).

Neben dem unermüdlichen Einsatz der fünf Teams waren dafür allerdings auch die neuen Regeln unter Coronabedingungen mitverantwortlich, die diesmal unterschiedliche Beobachtungsgebiete für die einzelnen Teammitglieder erlaubten.

Mit Brandgans und Moorente konnten zwei Arten auch erstmals bei einem Birdrace in Dortmund beobachtet werden, damit stieg die Birdrace-Gesamtartenzahl für Dortmund auf bemerkenswerte 166 (bei 16 Teilnahmen seit 2005; immer am ersten Samstag im Mai).

Neue Höchstzahlen auch bei ornitho.de

Die große Beobachtungsaktivität in Dortmund schlägt sich auch bei den Meldungen bei ornitho nieder. Nachdem im April erstmals die Marke von 12.000 Meldungen in einem Monat übertroffen wurde, gelang dies auch wieder im Mai. Aktuell liegen wir bei über 45.200 Meldungen (am 6.6.), was auf eine Jahressumme von knapp 100.000 Datensätzen hoffen lässt. Herzlichen Dank an alle, die hier mitmachen.

Uneinheitliches Bild bei der Stunde der Gartenvögel

Vor allem Blaumeisen standen bei der Stunde der Gartenvögel vom 8.5. – 10.5. 20 im Fokus und wie erwartet lag der Bestand pro Garten um 20% niedriger als im Vorjahr. Als Ursache hierfür wird vor allem eine bakterielle Lungenkrankheit (nicht Corona!!!) angenommen. Auch einige andere häufige Gartenvogelarten nahmen ab, neben Kohlmeisen (-15%) und Rotkehlchen (-10%) vor allem Buch- und Grünfinken (-29% bzw. 31%) und Stare (-48%). Dagegen nahmen Stieglitze  (+26%) und Schwanzmeisen (+58%) zu, Bachstelzen sogar um 92% und Rauchschwalben um 132%. Hier fehlen wirklich überzeugende Erklärungsansätze.

Überraschend sind die Beobachtungszahlen bei einigen selteneren Arten, von denen bei ornitho praktisch nichts zu finden ist: Feldsperling (232 !!!), Gartenrotschwanz (21), Wacholderdrossel (13), Turteltaube (5), Erlenzeisig (3), Ringdrossel (1), Fichtenkreuzschnabel (1), Girlitz (1).

Wir möchten alle Beobachter*innen, die ihre Meldungen nicht bei ornitho eingetragen haben, Einzelheiten zu diesen Arten unter do.vogelwelt@aol.com mitzuteilen.

42 Kolkraben- und 17 Nebelkrähenmeldungen dürften allerdings auf Fehlbestimmungen zurückzuführen sein.

Aktuelle Besonderheiten

Zur Zeit halten sich einige seltene Entenarten brutverdächtig in verschiedenen Dortmunder Feuchtgebieten auf. Ein besonderes Augenmerk sollte dabei auf Moor- und Kolbenenten auf dem Phoenixsee gerichtet sein. Bitte alle Beobachtungen melden, vor allem natürlich Brutnachweise.

"An den Teichen" in Eving halten sich wieder das Paar Streifengänse und ein vorjähriger Vogel auf. Hier könnte es erneut zu einer Brut kommen - bitte ggf. dokumentieren.

Genauso spannend wie unübersichtlich ist auch die Situation bei Großmöwen. Aktuell werden immer wieder vor allem vom Phoenixsee, Hallerey, Hafen und auch vom Kemnader See in Bochum Silber-, Herings-, Steppen und Mittelmeermöwen gemeldet, dazu auch unbestimmte Großmöwen – möglicherweise mit Hybrideinfluss. Evtl. kommt es sogar zu Brutversuchen (z.B. auf Hallendächern im Hafen). Bitte alle Beobachtungen melden und wenn es geht fotografisch dokumentieren.

Mehrfach gelangen in den letzten Wochen Einzelbeobachtungen von Schwarzmilanen in Dortmund. Bitte auf diese Art besonders achten. Das gilt auch für Wespenbussarde und Baumfalken, von denen es in diesem Jahr fast keine Beobachtungen gibt.

Hilfe bei der Datensammlung

Die Biologische Station Kreis Unna/Dortmund kartiert zur Zeit in den NSGs Alte Körne und Beerenbruch. Beide Gebiete werden für Dortmunder Verhältnisse von Vogelbeobachter*innen eher selten besucht. Bitte dort mal hingehen und Daten sammeln und melden.

Gleiches gilt für Beobachtungen von Schwarzspecht und Kolkrabe vor allem in den Wäldern im Dortmunder Süden und natürlich (wie jedes Jahr) für Trauerschnäpper, Gartenrotschwanz und Waldlaubsänger.

Herzliche Grüße und good birding

Erich und Robin Kretzschmar

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Dr. Erich Kretzschmar

NABU Dortmund

AG Brutvogelkartierung, Avifaunistik, Birding

Tel. 0231-636730

E-Mail do.vogelwelt@aol.com

www.NABU-dortmund.de

 

Wiesenpieper
Foto: B.Horn