Gemüsebeete für kleingärtnerische Nutzung
Die kleingärtnerische Nutzung, d. h. der Anbau von Gartenbauerzeugnissen ist ein Muss, aber auf gar keinen Fall ein Übel in Kleingärten. Das Glückserlebnis selbst angebauter, geernteter und zubereiteter Mahlzeiten aus dem eigenen Garten ist nicht zu übertreffen. Und gleichzeitig sind diese Obst- und Gemüseflächen, sofern sie laut Gartenordnung nach biologischen Aspekten bewirtschaftet werden, ein hilfreicher Schritt in der aktuellen Klimakrise. Der biologische Anbau fördert die Gesundheit des Bodennetzwerks und somit eine guten Humusschicht. Diese wiederum ist in der Lage, Luft und Wasser im Erdboden zu halten. Und mit der Bepflanzung und Mulchschichten zwischen den Gemüsereihen können ebenfalls Starkregenereignisse gut abgefedert werden. Das Regenwasser läuft nicht ab, sondern wird im Boden gehalten und bei einem Zuviel dem Grundwasser langsam zugeführt. Hier im NABU-Ruhrgebietsgarten, der ja auch ein Forschungsgarten ist, haben wir nun diverse Beettypen angelegt. Auch um in den kommenden Jahren zu erforschen, welche davon in der Klimakrise am besten funktionieren und mit dem wenigsten Zusatzgießwasser gute Ergebnisse liefern.
Entstanden sind ein Hügelbeet und drei Beete mit unterschiedlich hohen Holzkantungen. Diese Kantungen verhindern den Abfluss von Wasser und Kompostgaben. Dazu ein Hochbeet, da diese aktuell immer wieder angepriesen werden. An Standorten mit belasteten Böden sicherlich eine sinnvolle Erwägung. Aber wie klimafreundlich sind sie? Als letztes Beet entstand auf einer vorherigen reinen Rasenfläche ein an die Permakultur angelehntes Beet nach der No-Dig-Methode. Die Rasenkanten entlang des Weges und zum Nachbargarten wurden vorab tief gestochen, um ein Auflaufen von Gräsern an diesen Übergangsstellen zu minimieren. Diese Kanten wurden dann mit den oberen Lehmschichten des Zisternenaushubs verfüllt. Danach wurde der restliche Lehm auf eine Höhe von ca. 3-5 cm über die geplante Beetfläche verteilt. Aufgefüllt wurde diese Fläche dann mit dem oberen Erdaushub des Gartenteichbaus.
Vorab war gemeinsam entschieden worden, den Lehmboden-Aushub der Zisterne zum Teil hier als unterste Schicht direkt auf der Rasenfläche zu integrieren. Eigentlich ist Lehmboden an sich kein guter Boden für den Gemüseanbau. Er ist zu fest dafür, da ein Humusanteil für die Nährstoffbindung und den Luft-Wasser-Haushalt des Bodens fehlt. Nun haben Daniel und Brigitte sich hier für ein Forschungsprojekt entschieden. Bei vielen Hausbauten bleibt der Erdaushub liegen und wird entsorgt. Hier soll nun geprüft werden, ob diese Lehmschicht in einer geringen Höhe von 4 - 5 cm integriert werden kann, und ob das Bodennetzwerk aus Regenwürmern und vielen anderen Organismen es schafft, hier eine Durchmengung des Lehms und der aufliegenden Humusschicht zu produzieren. Dann stünde einer Gemüsepflanzung nichts im Wege. Jetzt im Herbst wurde als erstes eine Gründüngung aus Biodiversitätsgemenge und Leguminosen ausgesät. Sie wird hoffentlich noch tief wurzeln und den Boden lockern, im Frühjahr wird sie als Mulchschicht umgebrochen. Die Planung der verschiedenen Gemüsekulturen erfolgt nun in der Winterruhephase des Gartens.