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Der Jahresbeginn im NABU Insektengarten

Der Jahresbeginn im NABU Dortmund Insektengarten

05.04.2021, Text und Fotos: Brigitte Bornmann-Lemm

Nachdem nun ein halbes Jahr mit kühlen Temperaturen und aus gärtnerischer Sicht sehr trüben Tagen hinter uns liegt, stellt sich die Frage, wie die Gartenpflanzen und die im Insektengarten lebenden Arthropoden und Vögel diese Zeit überstanden haben. Die regelmäßigen Winterzählungen der Vögel (Januar-März) haben die für diesem Bereich der Kleingartenanlage Dortmund-Nord üblichen Arten gezeigt. Blaumeisen, Kohlmeisen, Rotkehlchen, Zaunkönig, Amseln, Heckenbraunellen, Buchfinken, Stieglitze, Grünfinken, Ringeltauben, Elstern, Rabenkrähen, Buntspecht, Grünspecht, Drosseln, seltener die Schwanzmeisen und ab und zu ein hoch fliegender Mäusebussard. Ein besonderer Bonus waren dieses Jahr für ein paar Tage die Erlenzeisige an der Wasserstelle (siehe Film Naturkanal).
Anfang Februar hat ein extremer Wintereinschnitt mit Temperaturen im Minusbereich (bis -10°C) für viele Tage den Garten mit einer 10–15cm tiefen Schneedecke überzogen (Foto 1). Als nach einer Woche Stillstand die Straßenbahnen bei uns endlich wieder fuhren, konnten wir den Garten besuchen. Ich hatte mit einer relativ unbetretenen Schneedecke gerechnet. Aber der Garten war voller Tierspuren. Es gab jede Menge Vogelspuren (Foto 2), insbesondere in der Umgebung der Futterplätze (Foto 3). Aber auch Spuren von Wildkaninchen und den hier streunenden Katzen. 
Wie die nachfolgenden wärmeren Temperaturen zeigten, haben die Gartenpflanzen mit sehr wenigen Ausnahmen (der großen Rosmarin und die Lavendel) die Kältewelle dank der Schneedecke gut überstanden. Krokusse, Schneestolz, Traubenhyazinthen, Buschwindröschen und Lungenkraut haben sich in besonderer Pracht zurück gemeldet (Foto 4–7). Passend zum Flug der ersten Insekten. Am 21. Februar flogen die ersten beiden Dunklen Erdhummeln. Am 25.02. flogen die ersten Drohnen der Gehörnten Mauerbiene. Ebenso begann bei Temperaturen über 9°C die Flugzeit der Imker-Honigbienen von der Blumenwiese nebenan. Die März-Blüten der Gnomen- (Tulipa turkestanica) und der Waldtulpen (Tulipa sylvestris) wurden von ihnen sehr schnell „abgeweidet“ (Foto 8). Nun beginnt die Zeit der Kuhschellen (Pulsatilla), des Gundermann (Glechoma hederacea), der Schlüsselblumen (Primula veris) und der Vergissmeinnicht (Myosotis). Die Gefleckten Taubnesseln (Lamium maculatum) füttern insbesondere die Ackerhummel-Königinnen, deren Flugzeit gerade beginnt (Foto 9). Die unter schütteren Rasenflächen nistenden Sandbienen nehmen auch gerne die schlichten Wiesen-Gänseblümchen an. Sowohl zum Nektar saugen, als auch zum Schlafen (Foto 10-11 Männchen Zwerg-Sandbienen-Art).
Mitte März habe ich begonnen, die Laub-Mulchschicht des Winters von den Gartenbeeten zu entfernen, damit sich der Boden erwärmen kann. Und seitdem die Tage nun merklich länger werden, melden sich viele der unterirdisch überwinternden Pflanzen mit den ersten Triebspitzen wieder zurück. Mit Stand 04. April 2021 konnten bisher 194 überwinterte Pflanzenarten und -Sorten (ohne Gräser) kartiert werden. Jetzt ist es an der Zeit, die Gemüsebeete für die Aussaaten vorzubereiten.
An Insekten und Spinnentieren konnten bisher ca. 30 Arten gesichtet werden. Ein besonderer Bonus war am kalten Ostersonntag (5°C) das über fünf Stunden an einer verblühten Narzisse ruhende Männchen eines Aurorafalters (Foto 12).
In diesem Frühjahr wurden von Klaus-Dieter und mir auch fünf permanent stehende Infotafeln (20x30 cm) zu verschiedenen Naturgarten-Themen montiert (Foto 13). Des Weiteren haben wir auch fünf transportable A3-Tafeln für wechselnde Themen entwickelt (Foto 14). Diese stehen auch für Infostände oder Ausstellungen zur Verfügung.

Anmerkung:

Da die Corvid-19-Pandemie große Gartenveranstaltungen auch in diesem Jahr nicht zulassen wird, steht das Gartenteam gerne auch für Corona-gerechte Einzelberatungen (Abstand, Maskenpflicht, Einhaltung der Vorschriften) mit vorheriger Terminabstimmung (naturgarten@nabu-dortmund.de) im Garten zur Verfügung.

Tipp:
Die oben genannten Pflanzen lassen sich gut über Wildstauden-Gärtnereien beziehen. Verzeichnis siehe: https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/trends-service/empfehlungen/00592.html