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NABU-Garten Dortmund, April 2020

NABU-Garten Dortmund, April 2020

Die neue Gartensaison begann in diesem Jahr mit der Winterruhe des Gartens im Januar und Februar. Wir haben das kühle Wetter genutzt, um weitere Wildbienen-Nisthilfen aufzuhängen. Schneeglöckchen und Krokusse brachten schon bald die ersten Farbtupfer in den Garten. Die im Herbst mit einer Laubschicht bedeckten leeren Gemüsebeete hatten dank der Regenwürmer und Bodenorganismen tief gelockerte-fluffige Erde und brauchten für die diesjährige Nutzung nur noch etwas gelockert und geharkt werden. Umgegraben wird bei uns dank der Laubmulch-Schicht und Kompostgaben ja schon viele Jahre nicht mehr. Der Kompost hatte in diesen Winter eine gute Rotte und konnte Mitte März in die Beete eingearbeitet werden. In der zweiten Märzwoche begannen die Männchen der Gehörnten Mauerbienen zu fliegen. In den ersten Tagen nur zwei oder drei. Am 15. März haben wir ca. 70 Mauerbienen-Männchen und die ersten Weibchen an den Nisthilfen beobachtet. Auch der erste Zitronenfalter und die Feuerwanzen ließen sich blicken. Schneestolz, Lungenkraut, Gänseblümchen und Gnomentulpen sorgten für entsprechende Nahrungsquellen. Denn auch die Honigbienen des anliegenden Imkers flogen wieder und benötigten nektar- und pollenreiche Blüten.

Im April sollte dann die offizielle Gartensaison mit vielen geplanten Veranstaltungen im NABU-Garten beginnen. Doch vorher kam leider die Corona-Pandemie mit dem Verbot aller Veranstaltungen. In den ersten Tagen war es noch unsicher, ob es eine Ausgangssperre in Dortmund gibt. Bisher ist sie  noch nicht eingetreten. Daher können Klaus-Dieter und ich uns noch um die Pflege des Gartens kümmern. Die ersten Gemüsesamen sind jetzt Mitte April schon in der Erde und beginnen zu keimen. Geplant sind dieses Jahr Melde, Mangold, Dresdner Rettich, Blauschokker-Erbsen, Kiebitzbohnen und eine Pflücksalatsorte für die Saatgutvermehrung und natürlich auch zum Verspeisen. Unsere Dauergemüse wie Rhabarber, Winterheckezwiebeln, Bärlauch, Guter Heinrich und Etagenzwiebeln haben den milden Winter gut überstanden. Auch bei den Staudengewächsen beginnt nun verstärkt der Austrieb. Insbesondere auch unsere traditionellen und häufig kaum noch bekannten Nutz- und Zierpflanzen-Arten wie Färberkrapp, Haferwurzeln, Alant, Brennende Liebe, Vexiernelken, Nachtviolen, Federnelken, Goldlauch, Gedenkemein, Scharfe Kresse und meine Lieblingspflanze, die Jungfer im Grünen treiben wieder aus. Bisher konnte ich laut Datenbank ca. 180 Arten und Sorten wieder bestätigen.
Die Insekten erobern den Garten ebenfalls wieder. Mittlerweile beginnt die Vergissmeinnicht-, Taubnessel-, Silberblatt-, Schlüsselblumen-  und Obstbaumblüte. Ackerhummel, Erdhummeln, Sandbienen und die entsprechenden Blutbienen, Wollschweber, Siebenpunkt-Marienkäfer, Aurorafalter, C-Falter und Tagpfauenauge ließen sich bisher einzeln oder auch mal zu zweit oder dritt sehen.

Der 2014 angelegte große Gartenteich (ca. 8 qm, an der tiefsten Stelle in der Mitte ca. 90 cm) kommt nun in das sechste Jahr. Der Pflanzenwuchs nimmt etwas Überhand und manchmal roch das Wasser auch schon etwas modrig. Jetzt Mitte April verdunstet es wieder wetterbedingt reichlich und der Wasserstand ist bis auf die zweite Steinkante abgefallen. Somit haben Klaus-Dieter und ich die Gelegenheit genutzt und gut drei Stunden lang alles restliche Wasser entnommen und gesiebt, die Tiere eingesammelt und gezählt, die Teichpflanzen (Krebsscheren, Froschlöffel, Igelkolben, Sumpfdotterblume, Fieberklee, Bach-Nelkenwurz, Wasserminze, Straußblütiger Gilbweiderich, Schlauchpflanze) etwas reduziert und den Teich mit frischem Wasser wieder aufgefüllt und die Tiere wieder eingesetzt. Da wir nur die größeren Tiere gezählt haben, ergab sich folgendes Ergebnis:
26 Bergmolche (darunter zwei trächtige Weibchen mit schon stark geschwollenem Bauch)

Ca. 75 Spitzschlammschnecken in verschiedenen Größen

10 Larven der Blaugrünen Mosaikjungfer Aeshna cyanea

Ca. 55 Wasserasseln Assellus aquaticus in verschiedenen Größen

Ca. 15 Roll-Egel (ca. 5-6 cm lang)

3 Wasserläufer Gerris

 

Da aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin keine Veranstaltungen stattfinden dürfen, können Fragen zu gärtnerischen Problemen gern an naturgarten@nabu-dortmund.de gesendet werden. Ich werde mich bemühen, sie zeitnah zu beantworten.

Text und Fotos: Brigitte Bornmann-Lemm