Libellen-Feuchtbiotop

Wasser und insbesondere Regenwasser sollte immer ein wesentliches Element in einem naturnah gestalteten Garten sein. Nahezu alle an Land lebenden Tiere und Pflanzen sind in irgendeiner Form von Süßwasser abhängig: als Trinkwasser für Säugetiere, zur Reinigung des Gefieders bei Vögeln, als Baumaterial zusammen mit Totholz für die Nester der Wespen und Hornissen und auch als Lebensraum für viele Amphibien, Libellen und andere Wassertiere. Trinkschalen mit Wasser für Vögel, Insekten, Igel und Co oder kleine Mörtelkübelteiche mit Teichpflanzen als Klimaregulator im Staudenbeet sind ein erster Schritt. Sofern der Platz im Garten ausreichend ist, kann auch ein kleinerer oder größerer naturnah gestalteter Gartenteich mit Sumpfwasserzone angelegt werden.

Im NABU-Ruhrgebietsgarten haben wir uns entschieden, alle drei Varianten anzulegen. Trinkschalen und Mörtel-Kübelteiche sind bereits in den ersten Monaten 2025 entstanden. Die Planung und Durchführung zur Anlage eines gut 18 qm großen Libellen-Feuchtbiotops hat einige Monate länger gedauert, da die Winterzeit dazwischen lag. Die Größe der Tiefwasserfläche entspricht mit 10 qm den Vorgaben der Dortmunder Gartenordnung für Kleingärten.

Im Herbst 2025 begannen die Arbeiten am Gartenteich mit Sumpfzone.

Die Entwicklungsschritte der Feucht-Biotopstruktur und die durchgeführten Arbeiten

(1) Im ersten Arbeitsgang wurde die geplante Fläche zum Weg hin mit Natursteinen und dicken Totholzästen eingefasst, um ein späteres Betreten durch Besucher zu verhindern.

(2) Die Teichgrube wurde etwas tiefer als die spätere Teichtiefe (ca. 80–90 cm) ausgehoben.

(3) Als nächster Arbeitsgang erfolgte die Sicherung des geplanten Bachlaufs vor dem Abrutschen durch eingegrabene L-Steine. Dieser Bachlauf umläuft etwa ein Viertel des Teiches. Er dient dazu, immer wieder Wasserbewegung zu schaffen, um so den Sauerstoffgehalt des Gartenteichs zu verbessern und eine schnelle Verschlämmung zu verhindern.

(4) Die Tiefenstrukturen und die Flachwasserzonen wurden sorgfältig modelliert. Alte Wurzeln, spitze Steine etc. mussten entfernt werden, um eine Beschädigung der späteren Teichfolie zu verhindern. Die waagerechte Fläche des Teiches wurde mitbeachtet und an einer Seite ein natürlicher Überlauf mitgeplant. Die Tiefenmodulation erfolgte nach den aktuellen Empfehlungen mit 1:2 gleich 1 m Gefälle auf 2 m Länge. Wichtig war es, auf einen Sumpfzonenbereich, also flache Uferstellen, zu achten, damit Vögel und andere Tiere sicher hinein- und hinausgelangen können.
Außerdem gibt es sehr viele Wildstauden, die eine geringe Wassertiefe als Standort bevorzugen. Insgesamt wurde auch die Modulation des späteren Bachlaufs mitbeachtet.

(5) Als nächster Arbeitsschritt erfolgte die Randbefestigung mit stabilen Befestigungspfählen für Rasenkante/Teichrandsystem (L) 38 cm und einem stabilen Teichrandband (B) 14 cm. Vorab war bereits eine Überlaufmulde geformt worden, die nun mit Ziegelsteinen aus Gartenbestand und einer Schicht Lehmerde bedeckt wurde. Der gesamte Teichbereich wurde festgestampft.

(6) Ein Teichvlies V1000 als Unterlage der Teichfolie wurde mit vereinten Kräften eingelegt und an die Bodenstruktur direkt angepasst.

(7) Danach folgte bei Temperaturen im zweistelligen Bereich das Einlegen der Teichfolie (1,5 mm Sika Premium schwarz). Bei wärmeren Temperaturen ist sie geschmeidiger und konnte so ohne Luftblasen auf der Vliesstruktur ausgelegt werden.

(8) Etwas lehmiges Substrat (= wenig nährstoffhaltig) wurde eingefüllt und gleichmäßig verteilt. Darauf wurde eine Kokos-Böschungsmatte als Erosionsschutz für Teichrandgestaltung aufgelegt.

(9) Linker Hand des Teichbereichs wurde nun eine nahezu senkrechte Trocken-Natursteinmauer unterhalb des geplanten Bachlaufs gesetzt. Dahinter liegen die L-Steine, um die Stabilität der ohne Mörtel zusammengefügten Natursteine zu gewährleisten. Um die notwendige leichte Neigung nach hinten zu geben, wurde mit einer Sandkies-Hinterfütterung gearbeitet.
Somit muss die notwendige Fläche zur Tiefenmodulation von 1 m Gefälle auf 2 m Länge nur an einer Seite ausgearbeitet werden, um den Tieren einen leichteren Ein- und Ausstieg zu gewährleisten. Gleichzeitig bietet die zumeist trockene Natursteinmauer Ruheplätze und Verstecke für Amphibien und Reptilien.

(10) Anschließend wurde lehmig-sandiges Substrat auf gut 10 cm eingefüllt und sorgfältig mit den Händen verteilt. Das Substrat des unteren Teichbereichs hat ein Verhältnis von 50:50, im oberen Sumpfbereich eher 60 Lehm (unterer Aushub des Zisternenlochs):40 Sand (alter Spielplatzsand des KGV). Anschließend wurde eine Kiesschicht auf das Substrat gefüllt. Sie ist dazu gedacht, das Substrat zu halten, damit es bei Wasserzulauf nicht zu stark aufschwemmt: im oberen Sumpfzonenbereich kleinen Kies, im unteren Teichbereich groben Kies.

(16) Im Spätsommer wird dann noch die Anlage des Bachlaufs und der Einbau der Teichpumpe erfolgen, um mit diesem Kreislaufsystem einen Umlauf des Wassers und somit auch eine bessere Versorgung des Teichbereichs mit Sauerstoff zu gewährleisten. Somit wird einem sogenannten „Umschlagen" der Wasserqualität, das bedeutet eine Faulgasbildung, vorgebeugt. Ein Sieb vor der Pumpe wird verhindern, dass wasserlebende Tiere oder ggf. eingefallenes Laub eingezogen werden.

(11) Die weiteren drei Viertel des äußeren Rings werden zum Sumpfzonenbereich, der durchaus zu Zeiten mit wenig Regenfällen auch zwischendurch trockenfallen soll. Gleichzeitig ist diese Zone auch der Überlaufbereich bei Starkregenereignissen. Die dortige Bepflanzung wurde entsprechend dieser Kriterien ausgesucht und gesetzt. Zusätzlich sind diese Sumpfzonenbereiche mit ihrer spezialisierten Flora und Fauna auch ganz eigene Biotopstrukturen und Versteckmöglichkeiten für wasserlebende Tiere.

(12) Um ein Überlaufen der Zisterne zu verhindern oder auch, um ggf. den Gartenteich vor einem Trockenfallen zu schützen, ist der Bau eines Zuleitungsrohres im Vorhinein mitgeplant worden. In diesem Rohr sind nebeneinander sowohl der Wasserschlauch für den Überlauf als auch das Stromkabel für die Teichpumpe verlegt worden. Eine gute Spatentiefe (30–35 cm) mit einem leichten Gefälle zum Teich wurde dafür ausgehoben. Der Zuleitungsgraben verläuft mit leichtem Gefälle entlang des Zauns am Rande des Gartens.

(13) Nun erfolgten die Bepflanzungen mit Sumpfrand- und Wasserpflanzen wie Sumpfdotterblume, Blutweiderich, Mädesüß, Binsen, Froschlöffel, Fieberklee und anderen Arten.

(14) Danach konnte der Teichbereich mit dem im zeitigen Frühjahr in der Zisterne gesammelten Regenwasser zur Hälfte gefüllt werden. Für die restliche Füllmenge sorgten die Regenereignisse des Frühjahrs 2026.

(15) Anfang Juni 2026 waren die Pflanzen bereits gut eingewachsen und auch die ersten Libellen erschienen im Paarungsrad zur Eiablage.

(16) Im Spätsommer wird dann noch die Anlage des Bachlaufs und der Einbau der Teichpumpe erfolgen, um mit diesem Kreislaufsystem einen Umlauf des Wassers und somit auch eine bessere Versorgung des Teichbereichs mit Sauerstoff zu gewährleisten. Somit wird einem sogenannten „Umschlagen" der Wasserqualität, das bedeutet eine Faulgasbildung, vorgebeugt. Ein Sieb vor der Pumpe wird verhindern, dass wasserlebende Tiere oder ggf. eingefallenes Laub eingezogen werden.