Kräuterspirale aus Ruhrsandsteinen

Eine Kräuterspirale als Teil der kleingärtnerischen Nutzung bietet auf kleinem Raum den Platz für unterschiedliche Pflanzen-Standortbedürfnisse. Gleichzeitig bieten die Steinzwischenräume vielen Insekten- und Spinnentierarten sowohl warme (Südseite) als auch kühle (Nordseite) Verstecke und Nisträume. Somit ist sie auch eine sinnvolle Biotopstruktur.

Durch ihre unterschiedlichen Beethöhen bietet sie differenzierte Bodentrockenverhältnisse für Pflanzen. In den oberen Bereich gehören die Pflanzungen der trockenen, nährstoffärmeren Bereiche, da hier das Regenwasser schneller durchläuft und der Boden abtrocknet. Hier fühlen sich die mediterranen Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Salbei, die ja in der hiesigen Küche schon seit vielen Jahrhunderten Verwendung finden, wohl. In den unteren Bereichen bleibt das Regenwasser länger im Boden. Hierher gehören die Pflanzen, die eher feuchte und humushaltige Böden bevorzugen. Das sind insbesondere die alteingesessenen hiesigen Heil- und Küchenkräuter wie Minzen, Schnittlauch, Petersilie, Sauerampfer, Pimpinelle und Co.

Im NABU-Ruhrgebietsgarten bildet die Kräuterspirale gemeinsam mit der Trockenmauer einen ineinandergreifenden Biotopbereich aus Ruhrsandsteinen. Die Kräuterspirale nimmt linkerhand den Verlauf der Trockenmauer auf und dreht sich dann spiralförmig ca. 60–70 cm in die Höhe. Der Durchmesser liegt bei 200 cm.

Für die Ausarbeitung der Kräuterspirale wurde als erstes die untere Steinreihe bis zum Innenkreis gelegt. In die Mitte konnte dann entweder Kiesel, Schotter oder Bauschutt als Drainage eingearbeitet werden. Hier bei uns wurde aufgrund der Nachhaltigkeit der geeignete Teil des Bauschutts der Grillkamin-Demontage genutzt. Als nächster Arbeitsschritt wurden die weiteren Ruhrsandsteine der Spirale aufgelegt, immer ein paar Zentimeter weiter nach innen geschichtet. Regelmäßig wurde nun Gartenerde mit eingefüllt, um den Steinen Halt und Standfestigkeit zu verleihen. Jeder Stein wurde von Hand sorgfältig für seinen Standort ausgewählt und geprüft, ob er ausreichend Festigkeit im Gefüge hat. Denn diese Kräuterspirale ist Wind und Wetter und somit auch ggf. Stürmen ausgesetzt.

Als letzter Arbeitsschritt wurde am unteren Ende der Steinspirale noch ein kleiner Mörteleimer als Miniteich in den Boden gesetzt. Er ist nach Osten ausgerichtet und wird daher etwas kühler bleiben. Zielsetzung ist hier, in der direkten Teichumgebung ein etwas feuchteres Kleinklima für die umliegenden Pflanzungen (Minzen, Eibisch, Schnittlauch etc.) zu schaffen. Die hohe Seite der Kräuterspirale ist bewusst nach Süden ausgerichtet. Somit wird wärmeliebenden Insekten und Reptilien ein guter Standort angeboten.