Die Biotopstruktur Insektenhügel
Diese kleine Anhöhe, bewachsen mit Spiersträuchern und Azaleen, eingefasst von alten Bahnschwellen, war im Garten vorhanden. Bereits bei der ersten Begehung im November 2024 ist dieser Teilbereich aufgefallen. Es handelt sich dabei um einen niedrigen Hügel im ansonsten ebenen, 330 qm großen Garten. Dieser sicherlich vor Jahren aufgeschüttete Bereich mit dem hier standortüblichen Boden hatte sich nun gesetzt und eine gefestigte Bodenstruktur entwickelt.
Hier ist nun durch kleine Veränderungen ein „Insektenhügel" mit offenen Bodenstellen und Mini-Steilwänden für erdnistende Wildbienen- und Grabwespen-Arten entstanden. Die Definition für Biotop/Lebensraum besagt, dass die verschiedenen Lebensformen von Pflanzen und Tieren in Interaktion miteinander und mit den abiotischen Strukturen des Bereichs treten. Sinnvollerweise sollten Nahrung, Nistmöglichkeiten bzw. Überwinterungsquartiere und Wasser vorhanden sein.
Die hier nicht heimischen Gehölze wurden entnommen und stattdessen durch Stauden, die mit den hiesigen nährstoffreichen Lösslehm-Böden zurechtkommen, ersetzt. An zwei Stellen wurden mit dem Spaten senkrechte Erdspalten mit einer Vertiefung in den Hügel gestochen. Natürliche Baumaterialien wie Totholz und Steine wurden sowohl oberhalb als auch in der Vertiefung zum Schutz gegen Bodenerosion, als Strukturgeber und als Nistmaterialien integriert.
Vorhandene alte Ziegel aus dem Grillkaminrückbau wurden genutzt, um ein kleines Beet für Trockenstandort-Pflanzen zu integrieren. Nur hier wurde die Erde mit freigegebenem Sand aus der Spielplatzanlage des Kleingartenvereins abgemischt. In die Zwischenräume der Ziegel wurden Hölzer und eine Fertignisthilfe für Wildbienen integriert. Die Bepflanzung erfolgte mit Sedum- und Sempervivum-Arten sowie Karthäuser-Nelken und Feld-Thymian.
Ein Mörtelkübel-Mini-Teich wurde zur Verbesserung des Kleinklimas eingesetzt und mit Sumpfdotterblume und Wasserlinsen bepflanzt. Hier können auch Insekten an das Wasser kommen. Auf der sonnenexponierten Seite des Hügels wurden anstelle der fachgerecht entsorgten alten Bahnschwellen eine Trockenmauer mit anschließender Kräuterspirale angelegt.